Fall #007 · Cum-Ex — Die Steuer, die es nie gab

Quellen & Belege · Sources & References

Kernaussagen und ihre Belege

Aussage im VideoQuelle
Bei Cum-Ex-Geschäften wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag zwischen mehreren Beteiligten gehandelt; am Ende ließen sich mehrere Beteiligte eine Kapitalertragsteuer bescheinigen, die nur einmal oder gar nicht abgeführt worden warCorrectiv: CumEx-Files (Rechercheverbund); Wikipedia: Hanno Berger („Dividendenstripping")
Die Begriffe stammen vom lateinischen cum (mit) und ex (ohne) — bezogen auf den Dividendenanspruch der AktieCorrectiv: CumEx-Files
Die entscheidende Lücke im deutschen Steuerrecht wurde 2012 geschlossenCorrectiv: CumEx-Files
Das Bundesfinanzministerium beziffert den Steuerschaden durch Cum-Ex und Cum-Cum zusammen auf über 31 Milliarden Euro für DeutschlandStatista: Geschätzter Steuerverlust durch Cum-Cum und Cum-Ex (BMF-Angabe)
Europaweite Schätzungen reichen je nach Berechnung bis über 55 Milliarden EuroCorrectiv: CumEx-Files; Wikipedia: Hanno Berger (Zitat Die Zeit)
Hanno Berger war zwölf Jahre Steuer- und Bankprüfer der hessischen Finanzverwaltung (zuletzt Regierungsdirektor), wurde danach Anwalt und gilt als führender Initiator von Dividendenstripping-GeschäftenWikipedia: Hanno Berger
Nach einer Durchsuchung seiner Frankfurter Kanzlei setzte er sich im November 2012 in die Schweiz ab; Festnahme dort am 7. Juli 2021, Auslieferung an Deutschland im Februar 2022Wikipedia: Hanno Berger
Landgericht Bonn, Urteil vom 13. Dezember 2022: acht Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung; die Revision wies der Bundesgerichtshof im September 2023 zurückWikipedia: Hanno Berger; Legal Tribune Online
Landgericht Wiesbaden, Urteil vom 30. Mai 2023: acht Jahre und drei Monate; BGH-Revision am 29. Oktober 2024 verworfenWikipedia: Hanno Berger
Im Mai 2026 wurden die Strafen zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren zusammengezogenWikipedia: Hanno Berger

Anmerkungen zur Sorgfalt

Zwei Zahlen, die oft vermengt werden. Die über 31 Milliarden Euro des Bundesfinanzministeriums beziffern den Schaden durch Cum-Ex und Cum-Cum gemeinsam — nicht durch Cum-Ex allein. Das Video sagt das ausdrücklich so. Die europaweiten Werte von bis zu 55 Milliarden Euro und mehr sind Schätzungen mit erheblicher Bandbreite und werden im Video auch als solche benannt.

Zur Person. Hanno Berger ist rechtskräftig verurteilt (Landgericht Bonn und Landgericht Wiesbaden, beide Revisionen vom Bundesgerichtshof verworfen; Gesamtstrafe Mai 2026). Anders als in Fall #006 greift hier keine Unschuldsvermutung mehr. Über weitere Beteiligte — Banken, andere Berater, Einzelpersonen aus dem Umfeld — trifft dieses Video bewusst keine belastenden Aussagen, da in diesem Komplex weiterhin Verfahren geführt werden. Im Video wird außer Berger keine Person und keine Bank namentlich genannt.

Zur Darstellung des Mechanismus. Cum-Ex wird im Video bewusst vereinfacht erklärt (Aktienhandel um den Dividendenstichtag → mehrere Bescheinigungen für eine nur einmal gezahlte Steuer). Es handelt sich um eine journalistische Vereinfachung eines komplexen Sachverhalts, nicht um eine juristische oder steuerliche Darstellung — und ausdrücklich nicht um eine Anleitung. Das Video enthält keinen Steuer- oder Anlagerat.

👁️ Produktions-Transparenz: Bilder und Erzählstimme wurden mit KI-Unterstützung erstellt (Papier-Collage-Stil); reale Personen werden nicht fotorealistisch rekonstruiert, sondern nur als anonyme Silhouetten dargestellt. Recherche, Drehbuch, Faktenprüfung und Abnahme erfolgen redaktionell durch Menschen. Musik: Original-Score (BLENDWERK).

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